Artikel Jahresbericht ILKA
Im Oktober 2024 konnte die Caritas Heilbronn-Hohenlohe das Kleingruppenangebot ILKA an der Wartbergschule starten. Mit der Wilhelm-Hauff-Schule kam bereits im März 2025 ein zweiter Schulstandort hinzu. Seitdem wachsen die Strukturen in diesem Aufgabenfeld und das ILKA-Angebot etabliert sich zunehmend als fester Bestandteil des schulischen Alltags. Die ersten Kinder konnten die ILKA-Maßnahme bereits erfolgreich beenden und im Bereich des Sozial-, Lern oder Leistungsverhaltens bestärkt und gefördert werden.
Das Akronym ILKA steht für Integratives lebensfeldorientiertes Kleingruppenangebot. Die Maßnahme hat den Anspruch Kinder in ihrem Sozial-, Lern- oder Leistungsverhalten im Lebensfeld Schule zu unterstützen. Dabei werden Kinder in Fragen unterstützt wie:
- Wie kann ich Freundschaften aufbauen?
- Wie kann ich positiven und angemessenen Kontakt zu anderen Kindern herstellen?
- Wie kann ich Konflikte gewaltfrei lösen?
- Was kann ich besonders gut?
- Was fühle ich und wie kann ich meine Gefühle und Bedürfnisse äußern?
Die ILKA-Gruppe richtet sich sowohl an der Wartbergschule als auch an der Wilhelm-Hauff-Schule an Grundschüler*innen der Klassen 1-4. Insgesamt neun Kinder nehmen für die Regellaufzeit von einem Jahr an der Maßnahme teil. Diese kann bei Bedarf verlängert, sowie bei vorzeitigem Erreichen der festgelegten Ziele auch früher beendet werden. Der Ablauf der einzelnen Gruppentermine gestaltet sich in den beiden ILKA-Gruppen ähnlich. Es wird als Gruppe zusammen Mittag gegessen, die Hausaufgaben werden gemacht (Lernzeit) und die oben genannten Themen bearbeitet. Die Bearbeitung dieser Themen findet auf kreative, spielerische und methodisch vielfältige Weise statt. Zu Beginn der Gruppe darf jedes Kind mit einer Wäscheklammer ihre/seine aktuelle Befindlichkeit auf einem Gefühlsbarometer verdeutlichen. Damit kann zum einen die Verbalisierung der eigenen Gefühle eingeübt und zum anderen die Gruppe für die Gefühle der anderen Kinder sensibilisiert werden.
Themen wie Freundschaft, Streit, Gefühle oder persönliche Stärken werden auf vielfältige Weise bearbeitet. Sei es durch das gemeinsame Lesen von Kinderbüchern, kreative Gestaltungsangebote, Rollenspiele oder kleinere Filmprojekte. Auch erlebnispädagogische Spiele finden ihren Platz in unserer Arbeit und sorgen dafür, dass Lernen lebendig erfahrbar wird.
Neben der eigentlichen Gruppenzeit umfasst die ILKA-Maßnahme auch eine an die individuellen Bedarfe des Kindes angepasste Einzelförderung. Um an den für jedes Kind eigens formulierten Zielen zu arbeiten, finden zudem regelmäßige Elterngespräche statt. Zusätzlich zu den Gruppenzeiten werden 15 Ferientage abgedeckt. Diese finden über das Schuljahr verteilt statt und umfassen Angebote wie gemeinsames backen, jahreszeitliches basteln (Kürbisse schnitzen, Nagelbilder machen und mit gesammelten Naturmaterialien dekorieren), einen Ausflug in die Waldheide, den Besuch der Experimenta, den Besuch des Hohenloher Freilandmuseums, Faschingsfeier, Ausflug in den Waldklettergarten und vieles mehr. Aufgrund ihres Freizeitcharakters bieten gerade die Ferienangebote eine gute Möglichkeit zum Aufbauen und Vertiefen von vertrauensvollen Beziehungen zwischen Kindern und ILKA-Fachkräften.
Die Teilnahme an der ILKA-Maßnahme ist für die Eltern kostenfrei und damit niederschwellig zugänglich.
Um einen konkreten Einblick in die praktische Arbeit der ILKA-Gruppen zu bekommen, stellen sich diese im Folgenden kurz vor:
ILKA Wartbergschule:
Seit Oktober 2024 ist die ILKA-Gruppe fester Bestandteil des Schulalltags an der Wartbergschule und bietet den Kindern einen geschützten Raum, in dem sie soziale Kompetenzen stärken und Gemeinschaft erleben können. In der festen Gruppe kommen neun Kinder zusammen. In den vergangenen Wochen beschäftigten wir uns intensiv mit dem Thema Streit. Dabei diente das Buch ,,Warum gibt es eigentlich Streit” von Sandra Grimm als niederschwelligen Zugang und lud die Kinder dazu ein, ihre eigenen Erfahrungen einzubringen. Zuerst wurde gemeinsam erarbeitet, warum Streit überhaupt entsteht. Dabei wurde schnell deutlich, wie präsent Konflikte im Alltag sind, aber auch wie unterschiedlich sie wahrgenommen und erlebt werden. Darauf aufbauend wurden gemeinsam Strategien gesammelt, die im Umgang mit Streit helfen können. Den Abschluss bildetet das Thema Versöhnung. Die Kinder überlegten sich gemeinsam, welche Möglichkeiten es gibt, wieder aufeinander zuzugehen und konfliktreiche Situationen zu klären. Dabei entstanden vielfältige Ideen, die in angeleiteten Übungen direkt ausprobiert werden konnten. Besonders deutlich wurde dabei, wie wichtig es ist, das eigen Verhalten zu reflektieren und Verantwortung zu übernehmen.
Die Auseinandersetzung mit dem Thema konnte nicht nur das Verständnis für Konflikte vertiefen, sondern auch das Miteinander in der Gruppe nachhaltig stärken.
ILKA Wilhelm-Hauff-Schule:
Die ILKA-Gruppe an der Wilhelm-Hauff-Schule gibt es seit März 2025. Mit insgesamt neun Kindern ist die ausgelastet. Ein Thema, auf das wir sehr gerne zurückblicken ist das Thema Stärken. Um uns dem Thema zu nähern haben wir mit den Kindern "Das große starke Buch" (Susanna Isern) gelesen und überlegt, was jedes einzelne Kind an Stärken mitbringt. Um für die Kinder greifbar zu machen, was sie an Stärken haben und welche Stärken andere in ihnen sehen, hat jedes Kind seine eigene Stärkesonne gestaltet. Hierfür haben die Kinder, die jeweiligen Klassenlehrer*innen und die Eltern "Sonnenstrahlen" (gelbe Papierstreifen) bekommen, auf die sie die Stärken des Kindes schreiben sollten. Entstanden sind helle, ermutigende und wirklich starke Sonnen, die Freude machen und den Selbstwert der Kinder gestärkt haben.
Immer wieder finden kooperative Ausflüge der beiden ILKA-Gruppen statt. So folgte einem gemeinsamen Ausflug in die Experimenta ein Besuch des Hohenloher Freilandmuseums. Während der Zeit im Museum in Wackershofen konnten die ILKA-Kinder bei einer Führung erleben, wie bäuerliches Leben früher aussah und Einblicke in das Handwerk und Wohnen vergangener Zeiten bekommen. Nach der gemeinsamen Führung durch das Museum hat eine Gruppe selbst Seifen hergestellt, während die andere Gruppe sich mit der Gewinnung und dem Erzeugen von Mehl beschäftigt hat. Auch in Zukunft wollen die beiden ILKA-Gruppen immer wieder zusammenarbeiten und Synergieeffekte nutzen.