16.04.2020

Wie erklär ich’s meinem Kind?

Foto: Bilderbox

Es gibt so einige Themen, bei denen es uns schwer fällt gegenüber unseren Kindern die richtigen Worte zu finden. Wie soll ich nun meinem Kind die derzeitige Ausnahmesituation erklären? Könnte ich mein Kind verängstigen oder werde ich die richtigen Worte finden?

Das sind berechtigte Fragen. Doch auch wenn die Erklärungen letztlich holprig sein sollten, es ist allemal besser mit seinen Kindern – und das egal wie alt sie sind – darüber zu sprechen. Warum ist das so wichtig darüber zu sprechen? Kinder spüren und verstehen oft mehr als wir ahnen oder vor uns selbst zugeben wollen.

Für Erwachsene ist es oft viel bequemer zu denken, dass sie das eh nicht verstehen. Dabei sind Kinder nicht nur extrem feinfühlig, sondern haben oft ihre ganz eigene Art schwierige Situationen spielerisch zu verarbeiten. Noch vor der Schulschließung spielen Grundschulkinder auf dem Schulhof „Corona-Fangen“. Das Kind, welches fängt „hat Corona“, die anderen laufen schreiend vor ihm weg. Wird noch ein Kind erwischt, ruft man laut „infiziert“! Die Gruppe der Fänger*innen wird immer größer und das Spiel ist aus, wenn alle „infiziert“ sind. Während Kinder hier spielerisch das exponentielle Wachstum des Corona-Virus erklären, was manchen Erwachsenen vielleicht schwer fällt zu verstehen, haben sie gleichzeitig eine Möglichkeit gefunden, das extern Erlebte intern zu verarbeiten. Damit sind sie uns Erwachsenen vielleicht sogar einen Schritt voraus.

Statt unsere Kinder also zu unterschätzen, sollten wir ihnen die Chance geben, eine Erklärung für die Situation zu finden. Dabei ist es auch ok, wenn wir mal ins Stolpern kommen oder unsere eigene Unsicherheit offenbaren. Versuchen Sie sich so gut es geht in Ihr Kind hineinzuversetzen. Denn auch Ihr Kind hat keinen Kontakt mehr zu anderen Kindern, nichts ist wie gewohnt und vielleicht sucht auch Ihr Kind nach einer Erklärung. Auch wenn wir für manche Dinge selbst keine solche parat haben und nicht auf jede Warum-Frage eine Antwort wissen, verständnisvolle Worte zu dieser besonderen Situation können letztlich für die ganze Familie eine Erleichterung sein.

Autorin: Sarah Hahn, Caritas Heilbronn-Hohenlohe