24.04.2020

Wie geht’s denn unseren Großen?

Foto: Bilderbox

Vielen Eltern fällt es vielleicht manchmal schwer mit ihren jugendlichen Kindern in Kontakt zu bleiben. In einer Phase, in der Abgrenzung und Unabhängigkeit für Jugendliche große Themen sind, möchten diese umso eher mit Gleichaltrigen teilen was gerade in ihnen vorgeht, geschweige denn den Eltern beim Mittagstisch Rede und Antwort stehen. Was können Eltern tun, um die vertrauensvolle Beziehung zu ihren großen Kindern und ihre Motivation zu stärken?

Auch wenn die Familie gerade durch die Corona-Situation vielleicht mehr Zeit am gleichen Ort verbringt, kann es passieren, dass die großen Kinder mit ihrer Aufmerksamkeit hinter Handydisplays und ohrverstöpselt hinter Bildschirmen verschwinden und man irgendwie gerne wüsste, was in ihnen vorgeht. Manchmal mag es Eltern vorkommen, dass sie gar den Kontakt zu ihren Heranwachsenden verloren haben. Hier hilft vielleicht erst einmal eine große Portion Verständnis und sicherlich auch viel Geduld. Denn auch wenn man es mit einigen Widerständen zu tun hat, hat sich gezeigt, dass die Vermittlung von Sicherheit und Fürsorglichkeit im Kontakt, die Motivation bei jungen Erwachsenen steigert (Naar-King, Suarez 2012).

Was außerdem helfen kann sind motivierende Gespräche. Manche Jugendlichen sind mit hohen Erwartungen von mehreren Seiten konfrontiert, beschäftigen sich selbst mit den durchaus komplizierten Themen wie Schule, Zukunft, Beruf, Unabhängigkeit und Beziehungen. Dabei kann es vorkommen, dass sie die Erfahrung machen, scheinbar keine dieser Erwartungen von Autoritätspersonen wie Eltern oder Lehrer, oder auch die von sich selbst erfüllen zu können. Das kann vor allem auf lange Sicht enttäuschend, frustrierend und demotivierend sein und letztlich eine Abwehrhaltung gegen jegliche Erwartungen hervorrufen. Viel Verständnis und motivierende Gespräche können ein Ausweg aus dieser Spirale sein. Um eine verständnisvolle Haltung einzunehmen ist es grundsätzlich wichtig sich so gut wie möglich in die Lage seines Gegenübers zu versetzten. Schafft man es zudem den Gedanken, Gefühlen und Sorgen der jungen Erwachsenen einen möglichst bewertungsfreien Raum zu geben, gewinnt man auch ein größeres gegenseitiges Vertrauen und kann ganz nebenbei noch die Motivation der Heranwachsenden stärken.

Autorin: Sarah Hahn, Caritas Heilbronn-Hohenlohe

Literaturhinweis: Naar-King, Suarez, Motivierende Gesprächsführung mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen, 2012 Beltz Verlag, Weinheim Basel.