Multikomplexe Lebenslagen junger Menschen
Das soziale Projekt Multikomplexe Lebenslagen ist ein Schnittstellenprojekt zwischen Jugendhilfe und Suchthilfe. Es wird in der Trägerschaft der Caritas und gefördert aus Mitteln vom Deutschen Hilfswerk in der Stadt Heilbronn umgesetzt.
Vor dem Hintergrund von immer jünger werdenden Menschen (zwischen 12 und 21 Jahren), die von zunehmend komplexen Lebens- und Bedarfslagen betroffen sind, soll dieses Projekt ansetzen. Dabei geht es um sich wandelnde Familiensysteme, Suchtmittelmissbrauch und -abhängigkeit, prekäre Familien- und Wohnverhältnisse, psychische Krisen (Klima, Krieg), Perspektivlosigkeit (Zukunftsängste, Leistungsdruck u.a. durch Social Media) und gesetzliche Konflikte. Die betroffenen jungen Menschen wenden sich von bisherigen Systemen wie Schule oder Familie ab und hin zur reizvollen Szene "Straße". Sie werden oft nicht mehr durch bestehende Angebote, z.B. der regulären öffentlichen Jugendhilfe, erreicht. Das Projekt holt die jungen Menschen dort ab, wo sie stehen.
Die Ausgestaltung innerhalb des Projektes wird zusammen mit den jungen Menschen auf ihre persönlichen Bedürfnisse Perspektiven abgestimmt und entwickelt. Dazu müssen passende Hilfen und Angebote gefunden / initiieren werden, damit sie ihr Leben selbstbestimmt gestalten können. Hierbei wird im präventiven Sinne so früh wie möglich angesetzt, bevor sich Probleme manifestiert haben (beispielsweise bevor es zu einem Schulabbruch oder Suchtverhalten kommt).
Durch die Anbindung an die städtischen Quartierszentren und in Kooperation mit Streetwork und Jugendhilfe in der Stadt Heilbronn bietet das Projekt jungen Menschen einen niederschwelligen Zugang (zurück) in das Hilfesystem. Junge Menschen werden bei der Erschließung und Organisation geeigneter weiterführender Hilfen auf vertrauensvolle Weise unterstützt. Die individuellen Vorstellungen und das Tempo der jungen Menschen sollen im partizipativen Sinne berücksichtigt werden.
Die Jugendlichen erfahren Unterstützung, die an ihren individuellen Ressourcen anknüpft und sich an ihrem persönlichen Entwicklungsstand orientiert. Neben psychosozialer Betreuung und Beratung werden persönlichkeitsstärkende Angebote erarbeitet, die bei den individuellen Kompetenzen ansetzen und so neue Selbstwirksamkeit erfahrbar machen. Die Zielgruppe wird durch nachhaltige Beziehungsarbeit, partizipative Methoden und dem Erleben von Selbstwirksamkeit motiviert, Hilfsangebote anzunehmen bzw. diese mitzugestalten. Insgesamt wird damit einem "Abrutschen in die Szene" mit weitestgehender Desintegration entgegengewirkt.
Das Projekt ist auf einen Zeitraum von drei Jahren angelegt. Es wird gefördert mit Erträgen aus der Deutschen Fernsehlotterie.
